Wie oft sollte ein Ölwechsel durchgeführt werden und wie erkennt man, dass es Zeit für einen außerplanmäßigen Ölwechsel ist?
Wie oft ein Ölwechsel gemacht werden muss, ist von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich. Neuere Fahrzeuge, die ein Longlife Motoröl verwenden, haben ein längeres Wechselintervall als ältere Fahrzeuge, die kein Longlife Öl nutzen können. Daher informiere Dich im Fahrzeughandbuch oder über einen Wartungsplan des Fahrzeugherstellers, wie die genauen Wartungsintervalle für das Fahrzeug sind. Auch das Serviceheft kann darüber Aufschluss geben. Manche Fahrzeughersteller bieten mittlerweile auch digitale Servicehefte an, wo die nächsten Intervalle und deren Inhalte online nachzulesen sind.
Dessen ungeachtet sollte man regelmäßig den Motorölstand messen, spätestens, wenn man eine längere Autoreise vor sich habt. Folgende Anzeichen sprechen für einen außerplanmäßigen Ölwechsel:
- Der Ölstand zu niedrig
- Das Motoröl am Ölmessstab ist dunkel und schmutzig
- Es treten ungewöhnliche Motorgeräusche auf
- Es wird ein erhöhter Motorölverbrauch festgestellt
- Die Ölwarnleuchte am Armaturenbrett blinkt
Wird bei diesen Anzeichen das Motoröl nicht gewechselt oder wird versucht, die Wechselintervalle hinauszuzögern, kann das zu einer Vielzahl von Problemen führen. Diese reichen von erhöhtem Verschleiß, Überhitzung des Motors und verminderte Kraftstoffeffizienz bis hin zu größeren Motorschäden. Letzteres bedeutet dann schnell auch hohe Reparaturkosten. Daher lohnt es sich, die Zeit für den Ölwechsel zu investieren, um so Folgeerscheinungen direkt zu unterbinden.
Kann man den Ölwechsel selber machen oder muss dafür eine Werkstatt beauftragt werden?
Die Kosten für einen Ölwechsel in einer Werkstatt variieren je nach Fahrzeugmodell, Art des verwendeten Öls und der Werkstatt. In der Regel liegen bei einem Ölwechsel die Kosten zwischen 50 und 100 Euro für die Arbeitsleistung zuzüglich der Kosten für das Motoröl. Das Öl zu wechseln dauert im Allgemeinen zwischen 30 und 60 Minuten. Da es sich um eine verhältnismäßig einfache Arbeit handelt, kann diese auch jeder selber durchführen und somit Kosten sparen.
Wichtig ist auf jeden Fall, das richtige Motoröl für das Fahrzeug zu verwenden, welches auch den Herstellerangaben entspricht. Dabei ist eine bestimmte Marke nicht mehr so relevant, sondern die Freigaben und Spezifikationen. Die richtige Viskosität und Spezifikationen sind entscheidend für die optimale Leistung und den Schutz des Motors. Welches Motoröl mit welchen Freigaben benötigt werden, findest Du in dem Handbuch des Fahrzeugs oder auf dem Ölzettel am Öleinfüllstutzen im Motorraum.
Neben dem Motoröl sollte man auch immer direkt den Ölfilter mit wechseln. Damit stellt man sicher, dass das frische Öl nicht von Ablagerungen des alten Öls verunreinigt wird. Zusätzlich filtert der neue Ölfilter effektiver Schmutzpartikel und Verunreinigungen heraus, so dass das Motoröl lange sauber bleibt. Ebenso ist eine neue Ölablassschraube notwendig oder wenigstens eine neue Dichtung für die Schraube. Nur so bekommt man die Ölwanne anschließend wieder dicht.
Wir haben für schon fertige Ölwechsel-Sets, abgestimmt auf die jeweiligen Fahrzeuge, zusammengestellt, die die jeweils benötigte Menge an Öl, sowie den passenden Ölfilter und eine Ölablassschraube enthalten. Damit bekommt man mit einem Klick, alles was benötigt wird, um das Öl selber zu wechseln.
Um den Ölwechsel selber zu machen, müssen die folgenden 8 Schritte durchgegangen werden:
- Materialien und Werkzeuge vorbereiten: Stelle sicher, dass Du das richtige Motoröl für das Fahrzeug hast, einen passenden neuen Ölfilter, eine Ölablassschraube, einen Schraubenschlüssel oder Ratsche sowie einen Auffangbehälter für das alte Öl.
- Das Auto vorbereiten: Fahre das Auto auf eine ebene Fläche und stelle es ab. Lasse den Motor für ein paar Minuten laufen, um das Motoröl zu erwärmen, damit es leichter abfließen kann.
- Das Auto sicher aufbocken: Hebe das Auto mit einem Wagenheber an und stelle Unterstellböcke unter, um es sicher zu stabilisieren. Alternativ kann man auch die Hebebühne einer Selbsthilfewerkstatt nutzen. Vergewissere Dich, dass das Fahrzeug fest, sicher und vor allen Dingen gerade steht, bevor Du darunter kriechst. Ein gerade Stand ist wichtig, damit das Öl sauber ablaufen kann. Steht der Wagen schräg, kommt nicht alles vom alten Öl unten raus und Ablagerungen können zurückbleiben.
- Öl ablassen: Lege unter dem Auto eine Folie aus, damit keine Ölreste ins Grundwasser gelangen. Positioniere die Auffangschale unter der Ölwanne. Zu erkennen an der Ölablassschraube. Öffne anschließend das Ölfiltergehäuse im Motorraum, lasse den Ölfilter aber noch drin. Dadurch kommt Luft ins System und die Schraube lässt sich am Boden leichter öffnen. Schraube nun die Ölablassschraube am Ölwannenboden des Motors mit dem passenden Werkzeug ab und lasse das alte Öl ablaufen.
- Ölfilter wechseln: Entferne nun den alten Ölfilter mit einem Ölfilterschlüssel und schraube den neuen Filter in Position. Stelle sicher, dass der Filter fest sitzt, aber nicht zu fest angezogen wird.
- Neues Öl einfüllen: Setze eine neue Ölablassschraube ein und ziehe sie fest. Wen Du die alte weiter verwenden möchtest, solltest Du sie erst sauber wischen und dann mit neuer Dichtung versehen. Fülle anschließend das neue Motoröl in den Öleinfüllstutzen ein bis zur unteren Markierung vom Ölmessstab. Das restliche Öl behalte noch zurück.
- Motor starten und überprüfen: Starte den Motor und lasse ihn für ein paar Minuten laufen, damit sich das frische Öl im Motor verteilen kann. Überprüfe anschließend den Ölstand mit dem Messstab und fülle das restliche Motoröl auf, bis es gut innerhalb des Grenzbereichs vom Ölmessstab liegt.
- Abschließende Überprüfungen: Prüfe, dass es keine Undichtigkeiten gibt und ob alle Schrauben fest sitzen. Senke das Auto vorsichtig ab und überprüfe erneut den Ölstand, bevor Du eine kurze Probefahrt machst.
Tipp: Hast Du vom neuen Öl nicht alles gebraucht, kannst Du es gut verschlossen an einem kühlen, gut belüfteten und trockenen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung lagern. Angebrochene Flaschen sind bis zu einem halben Jahr lang haltbar, ungeöffnete Flaschen sogar 3-5 Jahre lang.
Wie muss man das Altöl richtig entsorgen?
Nachdem das Öl erfolgreich gewechselt wurde, geht es nun ans Aufräumen. Die Auffangwanne und andere Utensilien, die man weiter verwenden möchte, werden mit Papiertüchern oder Lappen einfach aus- bzw. abgewischt. Bitte nicht mit Wasser abspülen, da sonst Öl ins Grundwasser gelangt. Bei Bedarf die Auffangwanne noch mit einem kleinen Spritzer Bremsenreiniger einsprühen und noch mal nachwischen. Dann kann sie bis zum nächsten Ölwechsel wieder eingelagert werden.
Als nächstes geht es um das Entsorgen der Abfälle. Die Altölverordnung regelt genau, wie mit ölhaltigen Abfällen und Materialien umzugehen ist. Neben dem Altöl, sind auch leere Kanister, Ölfilter, Ölablassschraube und ölverschmierte Lappen ordnungsgemäß zu entsorgen. Nichts davon gehört in die normale Mülltonne. Alles gilt als Sondermüll.
Die Verordnung sieht vor, dass alles was im Rahmen des Ölwechsels an ölhaltigen Abfällen anfällt, bei dem Händler, wo die Neuwaren gekauft wurden, kostenfrei abgegeben werden kann. Dazu benötigt man im Allgemeinen den Kaufbeleg. Alternativ nehmen auch städtische Wertstoffhöfe diese Abfälle entgegen. Bis zu einer gewissen Menge an Altöl, meistens um die 5 Liter, ist die Entsorgung kostenfrei. Darüberhinausgehende Mengen an Altöl werden mit einer kleinen Gebühr berechnet. Diese ist jedoch meistens günstiger, als wenn man die Sachen an einen Onlineshop zurücksendet.
Wer eine Werkstatt des Vertrauens oder eine Selbsthilfewerkstatt in der Nähe hat, kann bei denen auch anfragen, ob sie die Altölabfälle entgegennehmen. Auch das kann teilweise mit einer kleinen Gebühr verbunden sein. Das ist von Werkstatt zu Werkstatt unterschiedlich.
Um die Altölabfälle zur Entsorgungsstelle zu transportieren, pack alles in eine Verpackung, die reißfest und flüssigkeitsdicht ist. Das kann ein dickerer Müllsack oder ähnliches sein. Ein Pappkarton eignet sich nicht gut für den Transport, da er das Öl aufsaugt und bei zu viel Flüssigkeit auslaufen könnte.
Mit dieser Anleitung und Tipps ist es somit ein leichtes, den Ölwechsel selber zu machen. Damit spart man nicht nur Geld sondern man spart auch den Aufwand, einen Werkstatttermin zu vereinbaren und das Auto hinzubringen. Einen außerplanmäßigen Ölwechsel kann man somit dann durchführen, wann es einem am besten passt. So ist man auf der sicheren Seite, dass der Motor zuverlässig läuft, auch wenn jemand längere Fahrten vorhat. Sollten noch weitere Fragen dazu bestehen, kannst Du Dich gerne an unseren Kundenservice wenden.